Tschüss Thomaeum, Hallo Ausland!

Das ist das Motto von mir und fünf weiteren Schüler*innen der EF, die momentan ein Auslandsjahr machen. Ob für ein halbes oder ein ganzes Jahr und in welchem Land, das ist ganz verschieden – deshalb spreche ich einfach mal von mir. Schon seit Mitte letzten Jahres plante ich meinen Auslandsaufenthalt, anfangs wusste ich darüber aber wahrscheinlich genauso wenig wie viele von euch. Klar war mir aber, dass ich meine Schulzeit mit vielen neuen Erfahrungen und Erlebnissen bereichern möchte.

Nach viel Recherche im Internet und dem Besuch einer JuBi-Messe habe mich zu vier Monaten in Irland entschieden, weil ich das Land an sich einfach total schön finde und es zudem in der EU ist, sprich nicht zu weit weg und man muss kein Visum et cetera beantragen. Für ein Auslandsjahr eignet sich die Erprobungsphase auch gut, da man die Klasse nicht wiederholen muss, wenn man zurück ist, und insgesamt im Unterricht in Deutschland viel repetiert wird (zumindest bei G8).

Schon seit zwei Monaten bin ich nun hier in Irland und genieße die Zeit sehr. Ich wurde von meiner Organisation in Tramore im County (zu Deutsch wahrscheinlich Bundesland) Waterford platziert und wohne um die zehn Minuten vom Strand und den für Irland typischen Klippen entfernt – ich kann mich nicht beschweren! Bei meiner Gastfamilie, die aus meiner Gastmutter, einer kleineren Gastschwester und einer gleichaltrigen Austauschschülerin aus Spanien besteht, fühle ich mich auch sehr wohl und an den Wochenenden unternehmen wir viel. Von Montag bis Freitag habe ich immer bis 16 Uhr Schule, es ist aber trotz der Länge nicht wirklich anstrengend, da ich im Transition Year bin. Das ist ein freiwilliges Schuljahr zwischen der dritten und fünften Klasse (in Deutschland wäre das zwischen der neunten und elften, das Schulsystem ist hier nämlich auch etwas anders), was viele spannende Fächer und Aktivitäten beinhaltet. Die Schule, auf die ich gehe, ist eine Mädchenschule, was in Irland gar nicht außergewöhnlich ist, und man trägt hier auch Schuluniformen mit Hemd und Krawatte und allem, woran ich mich mittlerweile gewöhnt habe, aber am Anfang war es schon irgendwie komisch.

Unter anderem habe ich hier das Fach ,,Enterprise“, wo wir ein Produkt herstellen und anschließend vermarkten müssen, was sehr spannend ist (ich mache übrigens Lesezeichen), außerdem hab ich Dance, Personal Development, Speech and Drama und vieles mehr. Mein Lieblingsfach ist wahrscheinlich Musical, was die Vorbereitung für die jährliche Variety Show ist, die im nächstem Frühjahr stattfindet. An Sprachen habe ich Englisch, wo wir zur Zeit Poetry Slams schreiben, was viel Spaß macht, Irisch, wo ich nicht mitmachen muss, da meine Mitschülerinnen die Sprache schon sehr viel länger als ich lernen, und Deutsch (ja, Deutsch 😂). Am Anfang fand ich es super interessant, weil die Schülerinnen ja alles lernen, was für mich ganz logisch und ohne nachzudenken in meinem Kopf ist und wenn wir beispielsweise deutsche Lieder hören und analysieren, ich die ganzen Sprichwörter und Redewendungen auf Englisch mediaten kann, aber wenn wir dann hin und wieder Grammatikstunden haben, frag ich mich ja schon, was ich überhaupt da im Kurs mache. Naja!

Freunde zu finden war auch gar nicht schwer. Am Anfang hatte ich natürlich fast nur internationale Freunde, weil man in derselben Situation ist und somit automatisch schon etwas verbundener, aber wenn man in der Schule immer offen für Neues ist und auch an Clubs am Nachmittag teilnimmt (ich mache zum Beispiel Dance und Athletics), kann man gut ins Gespräch mit irischen Schülerinnen kommen. Insgesamt kann ich auch nur sagen, dass die irischen Menschen total nett und offen sind und einen auf der Straße nicht nur grüßen, sondern ebenfalls fragen ,,How are ya?“, egal ob man einander kennt oder nicht. Auch durch meine Gastfamilie hab ich schon viel von der irischen Kultur gelernt, was sehr interessant und bereichernd ist, auch wenn schwarzer Tee mit Milch meiner Meinung nach immer noch etwas…fragwürdig schmeckt.

Gestern war auch schon mein letzter Schultag vor der Mid Term Break, das heißt die Hälfte des ersten von drei Terms ist um (vergleichbar mit den Herbstferien in Deutschland), weshalb ich jetzt eine Woche frei hab. Dafür gibt’s hier ganze drei Monate Sommerferien, aber da werde ich ja gar nicht mehr da sein. Für die Ferien jetzt hab ich auch schon ein paar Pläne, zum Beispiel fahre ich für drei Nächte nach Dublin und freue mich schon auf alles weitere, was ich erleben werde!

Übrigens führe ich in meiner Zeit hier auch einen Blog, den ihr gerne verfolgen könnt, wenn ihr mehr über mein Leben auf der grünen Insel erfahren wollt, zu dem es hier geht.

See ya!

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